GOZ 9100 – Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

 

OP Oberkiefer:
Knochenstruktur/
s
chwer zu erreichende Kieferregion 

 

Unruhe/
hohe Anforderungen an Knochenaufbau

Bei Frau/Herrn… entstand ein besonders hoher Aufwand mit überdurchschnittlich hohen Schwierigkeiten durch die poröse Knochenstruktur, die im Oberkiefer ohnehin weicher ist als im Unterkiefer. Das Operationsfeld befindet sich zudem in Nerv- und Kieferhöhlennähe einhergehend mit einer äußerst schwierigen Platzierung des Augmentats. Durch die schwer zu erreichende Kieferregion im weit distalen Bereich bei (…engen Kiefer-/Mundverhältnissen) mit deutlich erhöhter Blutungsneigung entstanden weitere Schwierigkeiten.

Trotz Sedierung war die Unruhe der/des Patientin/en nicht auszuschalten, was ebenfalls zu höheren Umständen in der Durchführung der OP führte als sonst üblich. Zudem sollte bedacht werden, dass sich der Vorgang des Knochenabbaus in beiden Kiefern charakteristisch anders gestaltet. Im Gegensatz zum Unterkiefer, der vornehmlich an Knochenhöhe verliert, nimmt der Knochen im Oberkiefer eher in der Breite ab. Er wird zunächst schmaler, bevor er letztlich auch an Höhe verliert. Dies bedeutet für das Setzen der Implantate einen erheblichen Unterschied. Die Anforderungen und damit die Schwierigkeiten sind damit sehr hoch, besonders an den Knochenaufbau, was eine Faktoranhebung in jedem Fall rechtfertigt.

feste Knochenkompakta Zu einem überdurchschnittlichen Zeitaufwand bei Frau/Herrn… kam es aufgrund schwieriger Vorbereitung des Knochenbettes bei äußerst dichter und fester Knochenkompakta[1].
Verdichtungsmaßnahmen
der Spalträume
Überdurchschnittliche Schwierigkeiten entstanden bei Frau/Herrn… wegen schwieriger zusätzlicher Verdichtungsmaßnahmen der Spalträume mit autologen[2] Knochenspänen und zusätzlichem alloplastischem[3] Material.
verschiedene Aufbaumaterialien

ausgedehntes OP Gebiet

Ein überdurchschnittlicher Schwierigkeitsgrad verbunden mit einem hohen Zeitaufwand entstand im Behandlungsfall von Frau/Herrn… durch die Kombination verschiedener Aufbaumaterialien (z .B. autogen[4], isogen[5], allogen, xenogen[6], alloplastisch[7]) im ausgedehnten Operationsgebiet.
Knochenschalentechnik Aufwendige Augmentation bei großem Knochendefekt gemäß der Knochenschalentechnik. Da nur eine Knochenschale verwendet wurde, musste die zweite in die retromolare Spenderregion zurückgesetzt werden, was insgesamt zu einem hohen Zeitaufwand bei Frau/Herrn… führte.
laterale Augmentation Aufgrund des extrem schmalen Kieferkamms war die erforderliche laterale Knochenblockaugmentation bei Frau/Herrn… erheblich erschwert.
3D Rekonstruktion Die kombinierte 3D Rekonstruktion[8] gestaltete sich bei Frau/Herrn… extrem schwierig und zeitaufwendig aufgrund der Position des bonegrafts zueinander, entsprechend der Defektmorphologie[9].
Schwacher Mineralisierungsgrad

Dimensionsveränderung vertikal

Die extremen Schwierigkeiten entstanden bei der Passung des Knochens/Knochenblocks/alloplastischen Materials aufgrund des relativ frischen Knochendefektes da das Gewebe sich noch in der Heilung befand und einen schwachen Mineralisierungsgrad mit einer zerklüfteten Defektoberfläche. Des Weiteren waren die Dimensionsveränderungen des Kieferkamms gerade in der Vertikalen äußerst schwierig aufzubauen, da hier besonders viel Fingerspitzengefühl erforderlich war, was viel Zeit in Anspruch nahm.
  1. Kompakta = dichte, feste äußere Schicht des Knochens
  2. autolog = auch autogen; vom gleichen Individuum stammend, körpereigen
  3. alloplastisch = aus körperfremden, künstlichen Materialien bestehend
  4. autogen = Eigenknochen
  5. Isogen = Transplantationsmaterial (Knochentransplantat) von einem Zwilling (derselben Spezies)
  6. Xenogen = Knochenimplantat von einer anderen Spezies, z. B. vom Rind (bovin), Pferd (equin) oder vom Schwein (porcin) z.B. BioOss (die organischen Komponenten wurden entfernt)
  7. alloplastisch = synthetisch hergestelltes Knochenersatzmaterial
  8. 3D Rekonstruktion = vertikaler und horizontaler Knochenaufbau
  9. Morphologie = Lehre von der Form, Gestalt und Struktur
    V.1.1 Schwacher Mineralisierungsgrad/ Dimensionsveränderung vertikal neu angelegt 21.01.2020