GOZ 2170
Einlagefüllung, mehr als zweiflächig


 

Erläuterung zur Kurzbegründung
§ 10 (3) Abs. 2 GOZ
Kurzbegründung
§ 10 (3) Abs. 1 GOZ

Schwer zu
erreichende Zahnregion

Im Behandlungsfall von Frau/Herrn… kam es zu überdurchschnittlichen Schwierigkeiten aufgrund der anatomisch schwer zu erreichenden Zahnregion … (von distal[1]) sowie der erschwerten Freistellung des Behandlungsfeldes wegen starkem Wangendruck. Zudem kam es zu einem erhöhten Zeitaufwand aufgrund minimalinvasiver und stückweiser vorsichtiger Präparation zur Schonung der Zahnhartsubstanz. Überdurchschnittliche Schwierigkeiten aufgrund schwer erreichender Zahnregion mit minimalinvasiver Präparation.

Abrasionsgebiss

Schlifffacetten

Zu überdurchschnittlichen Umständen kam es bei Frau/Herrn… aufgrund der schwierigen Anpassung an das Abrasionsgebiss[2] infolge der vorhandenen Schlifffacetten sowie der Genauigkeit der vollkeramischen Kaufflächengestaltung unter funktionellen Gesichtspunkten. Überdurchschnittliche Umstände aufgrund der schwierigen Anpassung an das Abrasionsgebiss infolge vorhandener Schlifffacetten.

Kontaktpunktgestaltung/
unter sich gehende Randbezirke

Überdurchschnittlich hoher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand bei der Behandlung von Frau/Herrn… aufgrund sehr schwieriger Kontaktpunktherstellung/ -gestaltung bei Zahnstellungsabweichung mit teilweise tief subgingival[3] reichender Präparationsgrenze im approximalen Randbereich. Erforderlich war daher, zusätzlich eine Kompositfüllung in den supragingivalen Bereich[4] zu verlagern. Damit konnte die approximal subgingivale Stufe ein paar Millimeter höher, in den supragingivalen Bereich verlegt werden, was die Präparation im erschwerten subgingivalen Bereich etwas vereinfachte. Dieser zusätzliche Aufwand erforderte jedoch einen weitaus höheren Zeitaufwand als üblich. Überdurchschnittlich hoher Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand aufgrund sehr schwieriger Kontaktpunktherstellung/ -gestaltung bei Zahnstellungsabweichung mit teilweise tief subgingival reichender Präparationsgrenze im approximalen Randbereich mit zusätzlich erforderlicher Kompositfüllung.

Mehrfachanproben

Ästhetische Anpassung

Zu einem überdurchschnittlichen Zeitaufwand kam es bei Frau/Herrn… aufgrund mehrfacher Anproben, hervorgerufen durch die besonders schwierige ästhetische Anpassung an den Form-/Farbverlauf, sowie aufwendige Passung und Zahnzwischenraumkontrolle, um Spalträume zu vermeiden. Überdurchschnittlicher Zeitaufwand aufgrund mehrfacher Anproben und aufwendige Zahnzwischenraumkontrolle.

Unterminierung

Im Rahmen der Behandlung von Frau/Herrn… kam es aufgrund umfassender Ausblockungsmaßnahmen von Unterschnitten (unversorgte Hohlräume), verursacht durch unterminierte Zahnsubstanz, zu einem deutlich höheren Aufwand, als im Durchschnitt. Hoher Zeitaufwand durch umfassende Ausblockungsmaßnahmen von Unterschnitten.

Präzise Randgestaltung

Schlechtes Sichtfeld

Lupenbrille

Erheblicher Zeitaufwand bei der Präparation von Frau/Herrn… wegen besonders präziser Randgestaltung unter möglichst geringem Substanzabtrag sowie Abrunden der Übergänge von der Kavitätenwand zum Kavitätenboden unter Zuhilfenahme der Lupenbrille, die in jedem Fall das Erkennen von Details und damit die Ergebnisqualität verbessert. Da sich die Behandlung vorliegend auf ein schwieriges Arbeitsfeld konzentrierte, war die Lupenbrille außerordentlich hilfreich, das heißt jedoch nicht, dass alles dadurch einfacher wird. Das Handling mit Lupenbrille stellt besondere Anforderungen dar, die wiederum nur über den Steigerungsfaktor zu berechnen sind. Weitere zusätzliche Schwierigkeit durch eingeengte Platzverhältnisse und schlechtes Sichtfeld. Arbeitsweise teilweise nur über Spiegel möglich. Erheblicher Zeitaufwand wegen besonders präziser Randgestaltung unter möglichst geringem Substanzabtrag unter Zuhilfenahme einer Vergrößerungshilfe bei sehr engen Platzverhältnissen.

Erschwerte
okklusale Korrekturen

Überdurchschnittlich hoher Zeitaufwand bei Frau/Herrn… angesichts des Feinschleifens mit schwieriger gnathologischer Einstellung bei Frühkontakt unter Berücksichtigung der Antagonisten[5], denn im vorliegenden Behandlungsfall lag beim geführten Zusammenbiss ein leichter Frühkontakt vor, aber beim ungeführten Zusammenbiss bestand ein deutlicher Frühkontakt, wobei sich die Mittellinie beim Schlussbiss um ca. ….. mm nach links/rechts verschoben hatte, was durch Feineinschleifen behoben werden musste. Überdurchschnittlich hoher Zeitaufwand durch Feinschleifen mit schwieriger gnathologischer Einstellung.

Zervikale Stufe
im Wurzelbereich

Die Präparation bei Frau/Herrn… gestaltete sich extrem schwierig aufgrund der zervikalen[6] Stufe im Wurzelbereich mit erforderlicher Ausblockung der Einziehung, damit sich die Abformmasse nicht festsetzt. Dies erforderte einen zusätzlichen Zeitaufwand. Schwierige Präparation aufgrund zervikaler Stufe im Wurzelbereich.

Erschwerte Präparation
bei Kompositfüllung

Die überdurchschnittlichen Umstände und die äußerst schwierige Präparation entstanden bei Frau/Herrn… durch die vorhandene Kompositfüllung. Eine Zuhilfenahme der Lupenbrille/OP Mikroskop war unumgänglich, um den Präparationsrand schmelzbegrenzt sicherzustellen. Durch diese besonderen Umstände gestaltete sich die Präparation zeitaufwendiger als üblich. Überdurchschnittliche Umstände und äußerst schwierige Präparation entstanden durch die vorhandene Kompositfüllung unter Zuhilfenahme der Lupenbrille/OP Mikroskop.

Keramikinlay

Ultraschallunterstützte Eingliederung

Zeitaufwendige Eingliederung des Vollkeramik Inlays bei Frau/Herrn… aufgrund zusätzlicher Verwendung eines Teflonbandes zum Schutz der Nachbarzähne, welches ein geübtes Handling erfordert. Zusätzlich bedingte die ultraschallunterstützte (Thixotropie[7]) Eingliederung, unter Beachtung der Temperatur, einen weiteren Zeitaufwand. Sehr zeitaufwendig durch Verwendung von Teflonband und Ultraschallunterstützung.

Inlay gefräst (Cerec):
Schwierige approximale Darstellung/ Präparationstechnik
Darstellung der
approximalen Klebestelle

Bei Frau/Herrn… kam es zu einer äußerst aufwendigen Präparation, da alle Kanten innerhalb der Kavität abgerundet werden mussten, denn im Präparationsverlauf dürfen sich keine spitzen Übergänge befinden, was bei gefrästen Inlays zu unüberwindbaren Problemen führen würde. Des Weiteren musste eine Mindeststärke eingehalten werden, was besonders kritisch an den Kavitätenrändern nach approximal zu verifizieren war. Generell werden die approximalen Ränder so weit aufgezogen, dass die Kavitätenränder den Nachbarzahn nicht mehr berühren. Im vorliegenden Behandlungsfall mussten die Kavitätenränder jedoch so tief aufgezogen werden, sodass die Darstellung der approximalen Klebestelle extrem schwierig war. Auch war es im Approximalbereich schwierig, die Kavität so zu gestalten, dass ein hinreichender Haftverbund sichergestellt werden konnte. Bedingt durch die wesentlich aufwendigere und schwierig zu gestaltende Präparationstechnik Cerec ist die Anhebung des Steigerungsfaktors mehr als gerechtfertigt. Äußerst aufwendige Präparation mit Einhaltung der Mindeststärke approximal.Schwierige Darstellung der approximalen Klebestelle.

Inlay gefräst (Cerec):
Entfernung Schleiftrümmer

Umfangreiche Entfernung von Schleiftrümmern mittels Pulverstrahlgerät sowie zusätzlich erforderliche Abdeckung verfärbter Dentinbereiche, mit einer opaken Aufbaufüllung, um eine optimale ästhetische Integration zu erreichen, was im Behandlungsfall von Frau/Herrn… sehr viel Zeit erforderte. Zeitaufwendige Schleiftrümmerentfernung und zusätzlich erforderliche Aufbaufüllung.

Inlay gefräst (Cerec):
Materialgerechte Präparation 

Umsetzung der geforderten Mindeststärke

Bei Frau/Herrn… erfolgte eine äußerst diffizile und somit auch sehr zeitaufwendige materialgerechte Präparation unter Vermeidung von Federrändern und spitzen Übergängen durch Abrundung aller Kanten innerhalb der Kavität (das heißt die Übergänge von der Kavitätenwand zum Kavitätenboden, vom okklusalen Plateau zu den parapulpären Wänden und von den parapulpären Wänden zum approximalen Kastenboden). Schwierig gestaltetete sich auch die Umsetzung der geforderten Mindeststärke an den kritischen approximalen Kavitätenrändern. Äußerst diffizile und somit auch sehr zeitaufwendige materialgerechte Präparation.

 

 

  1. distal = von der Mitte weg oder von der Zahnbogenmitte abgewandt
  2. Abrasion = Abrieb, Abtragung
  3. subgingival = unter dem Zahnfleisch
  4. Dieses Verfahren wird in der Literatur unter anderem als „margin elevation technique“ bezeichnet
  5. Antagonist = Gegenspieler /der einem Zahn jeweils gegenüberliegende Zahn im Gegenkiefer
  6. zervikal = am Zahnhals gelegen, den Zahnhals betreffend
  7. Thixotrophie = beschreibt die Änderung der Viskosität von zähfließenden Stoffen durch mechanische Krafteinwirkung hin zu einem flüssigeren Zustand